GUUS JANSSEN, BERT VAN ERK & WIM JANSSEN – Live at The Pletterij
*Geestgronden, GG30*
Thelonious Monk schüttelt Horace Silver die Hand, Misha Mengelbert kauft eine Zeitung von Herbie Nichols, Abdullah Ibrahim serviert Duke Ellington ein Eis, Sean Bergin stößt ins Horn. Guus Janssen, der Pianist & Composer aus Heiloo, Nachfolger von Mengelberg im ICP und Macher von Geestgronden, sein älterer Bruder Wim, zugleich Drummer & Comiczeichner, und vorneweg der Amsterdamer Bassmann van Erk queren im Hintergrund dieser Szene um die Ecke vom Birdland.
Um nach Guus Janssens 'Scharrel' und 'Telgang' den Genannten Referenz zu erweisen: mit 'Wildflower' (Nichols), van Erks 'Bow for Monk', 'De lachende dwerg' & 'Een beetje zenuwachtig' (Mengelberg), 'Creole Love Call' (Ellington), 'Let's cool one' (Monk), 'Moon Rays' (Silver), 'Monkey Woman' (Bergin) und 'Maraba Blue' (Ibrahim).
Richtig, das ist Jazz, geklimpert, geplonkt, sonor gesägt, getickelt, getrommelt von drei alten Hasen, der jüngste, Guus Janssen, wird heu-, wird heute! 75 – BA gratuliert.
Als ein Füllhorn ohrwurmiger Motive, rasant, besinnlich, à la Bach, à la Monk etc. Als närrisches Zahnrädchen, Silberhammer, als von Latin-Rhythmik beschwingter, mit kernigem Pizzicato synchronisierter Tänzer. Sophistication, gepaart mit Humor und bestechendem Knowhow, das Retro durch die Gewitztheit reaktualisiert. Wie da ein Zwerg kapriolt. Wie da aus einem Minimal-Hampelmann doch 'Creole Love Call' wird. Wie da die Zukunft als erträumte Tanzpartnerin nochmal quicklebendig, melodieselig, zum Greifen nah scheint.
BA 133 rbd